Die Woche: Uneins über Unity | heise open

Die Ankündigung von Canonical, in Ubuntu 11.04 nicht die neue Gnome Shell, sondern die Eigenentwicklung Unity als Standard-Desktop-Shell einzusetzen, sorgte für rege Diskussionen in der Gnome-Community. Einen rechten Grund für die Aufregung gibt es jedoch nicht.

Ein entscheidender Vorteil freier Software ist nicht zuletzt die Wahlfreiheit: Anders als bei Windows, wo man den Explorer als Standard Shell nur mit Mühe und etlichen Einschränkungen austauschen kann, liegt die Oberfläche nach eigenem Geschmack unter Linux nur ein paar Mausklicks im Paketmanager entfernt. Wer das einfache Bedienkonzept des Gnome-Desktops nicht mag, greift zum bis ins Detail konfigurierbaren KDE, schwachen Rechnern verpasst man einen schlanken XFCE-Desktop, für Hardcore-Admins, denen zwölf Xterms als grafische Oberfläche ausreichen, gibt es Nischenlösungen wie den kachelnden Fenstermanager Ion und wer 1989 unter einen Stein gekrochen ist und seitdem niemals mehr hinausgeschaut hat, kann nach wie vor mit TWM glücklich werden.

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Für die Ubuntu User wird wohl eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die neue Desktop-Shell sein, ob die Integration des Zeitgeist-Frameworks einen wirklich wesentlichen Fortschritt in der Suche nach zusammenhängenden Informationen auf einem Zeitstrahl bringen wird und nicht nur eine Variante der History-Funktion ist. Zuletzt geöffnete Dateien, verwendete Bookmarks und Tags kann ich auch schon jetzt nutzen um „etwa nach einem vor zwei Tagen gehörten Musikstück“ zu suchen. Wenn Zeitgeist und dessen Frontend Activity Journal sich nahtlos in die Termin- und Aufgabenkalender von z.B. Lightning und Evolution einbinden lassen, so dass ich auf vergangene Tage oder Termine gehen kann um mir dann die zu dem jeweiligen Zeitpunkt verwendeten Dateien auflisten zu lassen, dann wird das bestimmt ein Erfolg. Muss ich jedoch das Aktivity Journal quasi als zusätzlichen „Terminkalender“ für meine Dateien verwenden, wird es unhandlich. Da mittlerweile sehr häufig eine E-Mail der Auslöser ist um eine Bearbeitung von Dateien zu veranlassen, ist die Funktion diese Mail in einen Termin bzw. eine Aufgabe umzuwandeln soch ein erster Schritt in Richtung Interoperabilität von Anwendungen, wenn jetzt noch mit Zeitgeist die Verknüpfung von bearbeiteten Dateien auch zu Mails, Terminen und Aufgaben gewährleistet wird, dann kann Canonical tatsöchlich mal beweisen, dass sie einem sehr hohen Anspruch an Benutzerfreundlichkeit folgen.

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