Ausbildung: Kontroverse um Scheinpflicht – | YACHT.DE

23.08.2011 Pascal Schürmann – Regierungsparteien wollen Erleichterungen, DSV wehrt ab. Auf einer Expertenanhörung traten unterschiedliche Standpunkte offen zutage.

Nach dem Willen der Bundestagsfraktionen von FDP und CDU/CSU sollen die eingeleiteten Reformen im Wassersportbereich weiter vorangetrieben werden. Konkret geht es darum, Einsteigern den Zugang zum Bootssport zu erleichtern, etwa durch eine Neuregelung, sprich Absenkung der Führerscheinpflicht.

Gleichzeitig will man die Sicherheit der Sport- und Freizeitschifffahrt auf ihrem derzeitigen hohen Niveau erhalten. Ein dazu gemeinsam erarbeitetes Eckpunktepapier der Fraktionen war gestern Gegenstand einer Expertenanhörung in Bremen.

via Ausbildung: Kontroverse um Scheinpflicht – Panorama | YACHT.DE.

Absenkung der Führerscheinpflicht bei gleichzeitiger Erhaltung des hohen Sicherheitsniveau?
Das beißt sich beim ersten Hinsehen.

Absenkung der Führerscheinpflicht durch zusammen legen der Sportbootführerscheine See und Binnen ist ein Blödsinn – Warum sollte jemand verpflichtet werden einen „großen“ Führerschein zu erwerben, wenn er/sie nur auf Binnenstraßen bzw. Seen fahren will?

Absenkung der Führerscheinpflicht indem die Gültigkeitsbereiche klar auf die staatlichen Hoheitsgebiete festgelegt werden, derzeit die 12 sm von der Küstenlinie, würde Sinn machen, den danach gibt es niemanden mehr der das Recht zur Kontrolle hätte.  Auch technisch macht es keinen Sinn mehr zwischen 12 sm, 30 sm und weltweit zu unterscheiden, diese „Schein“-Philosophie ist Geldschneiderei der Verbände, auch wenn das Ausbildungsangebot an sich nicht unsinnig ist. Aber es muss jedem Skipper selbst überlassen bleiben ob er sich für diese Reisen außerhalb der Hoheitsgebiete autodidaktisch vorbereitet oder mit Hilfe einer Segelschule. Viel wichtiger wäre in diesem Zusammenhang, und auch um einen hohen Sicherheitsstandard zu erhalten/erreichen, dass es bei der praktischen Ausbildung nicht mehr möglich ist in einer Woche die Praxisausbildung zu absolvieren und im gleichen Törn auch noch 300sm zu segeln. Aus eigener Erfahrung als Ausbildungsskipper kann ich sagen dass dies nicht möglich ist. Ich würde sogar soweit gehen zu fordern dass die 300sm auf mindestens 400 sm erhöht werden,so dass mindestens 2 Törns, oder ein längerer, notwendig sind um Praxis zu sammeln, bevor ein Führerschein erteilt wird. Die Segelerfahrung des A-Scheines ist ja schon seit langem nicht mehr erforderlich.

Was mir leider seit Jahren auffällt ist, dass die „Seemannschaft“ zu einer reinen Sachkundeprüfung verkommen ist. Seemannschaft ist aber auch ein Verhaltenskodex von „Seeleuten“ untereinander. Begriffe und Werte wie See-Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, nicht nur innerhalb einer Yacht sondern auch von Yacht zu Yacht, werden in Sportbootschulen nicht mehr gelehrt und gelebt. Das rücksichtslose Autofahrerverhalten hält somit leider auch Einzug auf den Yachten. Ein Off-Topic in der Diskussion um Sportbootführerscheine, aber eine philosophische Einstellung die unter „Seeleuten“ nicht aussterben sollte.

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